Autor Thema: Aller Anfang war schwer..  (Gelesen 4452 mal)

Offline töfte

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Aller Anfang war schwer..
« am: 22. Juni 2006, 21:19:35 »
Ich besitze seit '96 einen eigenen Pc. Als ich 97/98 ein Jahr als Austauschschüler in Amerika verbrachte, bekam ich das erste Mal Netzwerke und..Unix (Solaris) zu sehen. Irgendwann schnappte ich während dieses Austauschjahres mal das Wort 'Linux' auf, und da ich damals schon (selige Zeiten..) die coole AOL-Flatrate meiner Gasteltern hatte, war ich natürlich fleißig am suchen nach 'Linux', fand aber irgendwie nicht viel. Naja, als ich dann '98 wieder deutschen Boden unter den Füßen hatte beschloß ich (11. Klasse war ja für mich gelaufen), erstmal Freunde in Paris zu besuchen, und nebenher kaufte ich mir auch für 99 Franc (~30 DM) ein krasses Paket, wo 'Linux' drin sein sollte. Naja, was soll ich sagen, ich Franz. zwar bis zum Abi durchgezogen, aber für jemanden, der sich NICHT mit der Materie auskennt, hatte ich erstmal den denkbar schwersten Weg gewählt, mich mit dem Opensourcekram zu beschäftigen. Ich kann mich noch gut an die Nächte erinnern, in denen ich mit Wörterbuch bewaffnet mich durch die sechs Installationscd kämpfte, das schlimmste war, daß die einfachste Lösung (Vollinstallation)  für mich nicht in Frage kam, denn wie gesagt, Mitte '98 war ich stolz, mir ne 4GB Scsiplatte aus Amerika mitgebracht zu haben, Vollinstallation warn aber 5GB..tja. Abgeschminkt, das Ganze, bis ich mitte '99 in irgendeiner Computerzeitschrift mal n Artikel über Freebsd las, das war aber auch erstmal alles. Nach dem Abitur begann ich eine Ausbildung zum Fachinformatiker/Anwendungsentwicklung, (2001) und hatte beruflich jede Menge mit HP-UX und Sinix V5.42 zu tun. Tja, und Mitte 2002 war es dann soweit: ich erinnerte mich an den Freebsd-Artikel (auf DEUTSCH !!) und da mir Windows sowieso zu langweilig wurde, machte ich erste blutige Schritte quasi Learning by doing und fand nebenbei heraus, das ebay sehr hilfreich sein kann, wenn man schnell mal ne Kiste zum Installieren und Testen (recht) unbekannter Betriebssysteme braucht. Naja, wer Blut leckt will noch mehr, und so kam ich parallel zu Freebsd  auch auf den Workstation-Trichter. Irgendwann Ende 2002 einen Powerstack gesteigert, Linux drauf gezimmert, Datenbank drauf gemacht (lief alles) und Linux gelernt. Ich muß sagen daß ich mit Linux aber (wahrscheinlich weil ich mehr und mehr die BSD-ways of Administration verinnerlichte) nie mehr so richtig grün wurde. Nach dem Powerstack kam mir irgendwann der Gedanke, daß die HP-UX Workstation-Schiene aufgrund der durch die Ausbildung bedingten Synergieeffekte einfach naheliegend ist. So besorgte ich mir im Oktober 2003 für €40 ne tipptopp 735/125 mit Monitor Maus, Tastatur und allen Kabeln und weine ihr heute noch hinterher (ich mußte aber Platz schaffen, als ich mit Studieren anfing). 2004 kam eine J2240 dazu, SChwermetall vom Feinsten, aber ECHT schnell, selbst unter 32bit-Linux. Mit diesem Rechner machte ich die Erfahrung, daß HP-UX ein gutes System ist, solange man nur ein Terminal vor sich hat, aber wehe dem Unglücklichen, der sich das X antun oder das Ding sogar administrieren muß.. furchtbar, zumindest 10.20. Das Ding hatte dermaßen viele verbuggte Libraries und Programme, daß man so gut wie gar keine OpenSource-Software zum Laufen bekam, man denke nur an an den miesen sed, oder den üblen Assembler. Ich war irgendwann soweit, das funktionierende X (welches beim Runterfahren psychedelische Farben erzeugte) gegen Debian ohne X, dafür aber MIT funktionierendem Compiler (denn was ist Unix ohne C-Compiler ??) einzutauschen. Fazit: Die HP-Hardware ist einsame Spitze, das sind echt durchdachte Maschinen, die wirklich schnell, (laut) und so robust sind (Kommentar des GLS-Mannes, der meine zum Versand bereite 735er entgegennahm: "..verschicken Sie hier Backsteine ?!", daß sie wahrscheinlich länger als der Besitzer auf diesem Plantetn weilen. Die Software bzw. das Betriebssystem ist aber auch einsame S...... Ich schweife ab, sorry. Naja, und da ich es nicht lange ohne Unix-Schwermetall aushalte, habe ich mir diesen Februar quasi zum Abschluß eines stressigen Semesters die IBM 260er rs/6000 und eine Octane2 geholt, beides bereue ich nicht. AIX ist ein wunderbar pflegeleichtes System, wie ich finde, ich bin mittlerweile sogar soweit gegangen, zuhause (wenn ich bei meinen Eltern bin) völlig x86frei zu leben, da das Ding wirklich gut läuft. Naja, nebenher bin ich wie schon erwähnt, glücklich und zufrieden mit Freebsd "verheiratet", und will in der Richtung auch nischt anderes mehr haben. So ist das halt wenn man irgendwo reinwächst, und AIX könnte da mal ähnlich werden. Über die Octane kann ich momentan noch nichts schreiben, da ich bisher kaum Zeit gefunden hab, damit rumzuspielen (bis auf ein paar rlogin-Sessions etc.). Nunja, das ist so der Stand der Dinge, ich hoffe, hier niemanden mit meinem Monolog zu langweilen ;)
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Aller Anfang war schwer..
« am: 22. Juni 2006, 21:19:35 »

madze

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Re: Aller Anfang war schwer..
« Antwort #1 am: 22. Juni 2006, 21:39:49 »
Hööö Töfte  ;D

Super cool geschrieben, hammerhart. Oh ja, die Hardware der PA-RISC Rechner ist wirklich was feines.

:-)

Gruß Matze

Offline Ebbi

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Re: Aller Anfang war schwer..
« Antwort #2 am: 23. Juni 2006, 11:41:58 »
Boah, das war harte Kost zu lesen, so ganz ohne Absätze. :o

Aber das stimmt schon, mein Favorit ist HP-Hardware.
Im direkten Vergleich zu einer C3700 ist die 44P von IBM echt klapprig.

Komisch dass hier kaum jemand mit Tru64 zu tun hat/hatte.

Offline töfte

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Re: Aller Anfang war schwer..
« Antwort #3 am: 23. Juni 2006, 20:03:55 »
Hmm, jaja, die HP9000er Serie.. 8)
wenn ich mir irgendwann irgendwo mal 11.11 angeln kann, dann würd ich mir das glatt nochmal antun, mir an diesen Kisten einen Bruch zu heben (ich: Schultermaß 48cm, 1,78m groß, also nicht exakt Bodybuildermaße).
Zum Schreibstil: das war quasi Stream of consciousness, also so runtergeschrieben wie ich es gerade in dem Moment vor mich hin dachte, deswegen die langen Sätze ohne Ab-Sätze, sorry ;)
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