Das finde ich etwas widersprüchlich, denn all diese angesprochenen Hersteller hatten auch eine Palette an Workstations für den Desktop bzw. unter dem Tisch.

*hatten*
Das Problem sehe ich nicht mal unedingt in den Workstations, sondern generell wenn es einfach keine bezahlbaren und kleinen 'low-end' Maschinen mehr gibt. Die Schmerzgrenze ist hier bei mir bei etwa 2x dem Preis und Platzverbrauch einer vergleichbaren x64 Kiste bei mindestens halber Leistungsfähigkeit.
In unserer Firma entwickeln wir Software für Solaris (sparc) und seit etwa ein paar Jahren auch für Linux. Wir arbeiten zwar inzwischen fast alle mit Linux Workstations (es gibt noch ein paar vereinzelte SunBlades, sowie Windows für die GUI Entwickler), aber entwickelt und vor allem getestet wird mehrheitlich auf Servern, die aus Platz- und Lärmgründen irgendwo in einem anderen Raum stehen. Wenn es solche Server nur noch in gross, stromfressend und teuer gibt, dann haben wir da ein Problem.
Für Linux haben wir (ja ich weiss, die sind unsexy) irgendwelche Dell OptiPlex of the day als Workstations und Dell 2950/HP DL180 oder so für's Rack. Schnell und billig. Neuere Maschinen sind tendenziell noch billiger, und deutlich schneller.
Für Solaris hatten wir SunBlade 2500/Ultra45 und V210/V215/V240/V245. Nicht so schnell und nicht so billig, aber immer noch irgendwie tragbar (waren damals etwa halb so schnell und doppelt so teuer).
Inzwischen ist aber die M3000 die kleinste aktuelle Sparc, die man nicht nur als Webserver brauchen kann, und die ist in der kleinsten brauchbaren Konfiguration doppelt so gross, sehr weniger als halb so schnell, dafür aber 5x so teuer wie ein kleiner Dell/HP (wollte erst 'vergleichbar' sagen, aber vergleichbar ist die definitiv nicht).
Es ist ganz klar absehbar, wohin die Reise geht: neue Suns sind grösser und teuerer, und in den low-end-Konfigurationen, wenn überhaupt, nur unwesentlich schneller, oft sogar langsamer als die alten (Single-core Performance. T1/T2 taugt hier nicht. Unsere Korrelatoren lassen sich prinzipbedingt nun mal schlecht parallelisieren). Dass es die Teile auch bis praktisch unendlich gross gibt, und sie dabei theoretisch bis zu einer 3stelligen Zahl Kerne skalieren nützt mir dabei einfach nichts. Zur Softwareentwicklung brauchen wir hier eine einigermassen Leistungsfähige Maschine, bei der wir es uns sowohl Platz- als auch Budgetmässig leisten können, diese in genügender Anzahl hinzustellen (eine pro 2-3 Entwickler zum Entwickeln, ein Dutzend für den Integrationstest, pro aktivem Software-Release ein Dutzend für Q-Test, ein paar für's Training der Supporter, etc.).
Fazit: wir sind dabei sämtliche Software auf Linux zu portieren, und auch das letzte Tabu zu brechen, indem wir auch die grossen 'zentralen Server', die bisher diskussionslos mit Sparc liefen, durch Linux ersetzen. Wir machen bereits keine Neuinstallationen mit Sparc mehr. Bin zwar etwas skeptisch bei den ganz grossen Linux-Servern (so als Ersatz für V890 - E6900...), aber es gibt kein zurück mehr...
Schade. Aber im Gegensatz zu meinem Hobby, wo alt, langsam, und eigenartig als gute Eigenschaften für eine Maschine gelten, bin ich beruflich sehr pragmatisch...
Gruss
Rico