Autor Thema: Netzteile für MVME-Systeme?  (Gelesen 3374 mal)

Offline Xaar

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Netzteile für MVME-Systeme?
« am: 06. Juni 2012, 15:49:13 »
Hallo!

Durch einen glücklichen Umstand bin ich an ein Motorola MVME-System mit einer MVME188A als CPU-Baugruppe gekommen. Leider hat sich beim Einschalten erstmal das Netzteil mit einem lauten Knall sowie dem Rausschmeißen der Zimmersicherung verabschiedet. Beim näheren Hinsehen hab ich dann auch das explodierte Bauelement gesichtet - aber kann mangels Schaltplan oder Bezeichnung auf dem Bauelement (die hats ebenso zerlegt!) nicht mal sagen, was das für ein Bauelement ist :(

Nun habe ich die Überlegung, das Originale Netzteil (ein LH CM-E2778A) durch ein paar adäquate Industrienetzteile oder wenigstens Testweise durch ein PC-Netzteil zu ersetzen. Die Ströme, die das originale Netzteil liefern konnte, stehen drauf (5,05VDC/45A, 12,10VDC/6,5A, -12,20VDC/1,5A), nicht jedoch die Belegung des Steckverbinders (Netzteil -> MVME-Backplane).

Andererseits ist die Frage: Waren die Netzteile für die MVME-Systeme "genormt"?

Zu dem Rechner selber (Motorola 8420) finde ich leider nicht viel im Internet. Ich habe lediglich rausbekommen, dass es ein MVME-System mit einer 88k-CPU ist (was man ja auch sieht)..

Hat jemand von euch einen Rat, wie man hier verfahren könnte?

Besten Dank!

Grüße, Xaar.

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Netzteile für MVME-Systeme?
« am: 06. Juni 2012, 15:49:13 »

Offline M.K.

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #1 am: 06. Juni 2012, 16:20:44 »
Hallo!

Durch einen glücklichen Umstand bin ich an ein Motorola MVME-System mit einer MVME188A als CPU-Baugruppe gekommen. Leider hat sich beim Einschalten erstmal das Netzteil mit einem lauten Knall sowie dem Rausschmeißen der Zimmersicherung verabschiedet.
Hat jemand von euch einen Rat, wie man hier verfahren könnte?


Nein, leider, kann nur ein "me too" anbieten,
ich habe auch so ein Wrack (allerdings eine M8220) mit ruiniertem Netzteil
(gleiche Symptome).
Da mir schon mehrfach bei solchen Gelegenheiten Netzteile resp
Kondensatoren um die Ohren geflogen sind, frage ich mich,
ob und wenn ja warum so ein Mist ueberhaupt noch verkauft werden darf.
Das muesste doch selbst "damals" schon bekannt gewesen sein, dass sich
solche Bauteile bei Alterung fulminant verabschieden.

Offline Ebbi

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #2 am: 06. Juni 2012, 19:10:25 »
Vielleicht könnt ihr euch trotzdem irgendwie abstimmen, wenn bei euch nicht die gleichen Bauteile abgeraucht sind. ;)

Offline Xaar

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #3 am: 06. Juni 2012, 19:21:36 »
Naja, das mit dem Abstimmen würde aber zumindest voraussetzen, dass die Netzteile die Selben sind... Bei mir ists ein LH CM-E277A/115-230, P/N 855092-002, Customer Part Number 01-W2196C02A.

Das Bauteil, was bei mir zerflogen ist, trägt auf der Platine die Bezeichnung "RV1". Sieht mir aus wie ein Kondensator, aber ich bin mir nicht sicher.. Und so wie das durchgeschossen ist, kann man darauf auch nix mehr lesen. LEIDER ist mir beim Sauber machen des Kondensators der Teil, auf dem die Bezeichnung stand in den Ausguss gerutscht x(

Immerhin wärs ja schonmal hilfreich, wenn man wüsste, was für Spannungen aus dem Netzteil und vor Allem wo rauskamen. Da könnte man sich wenigstens mal umschauen, ob man das mit anderen Hilfsmitteln nicht auch gebacken bekommt.

Offline Ten Little Indyans

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #4 am: 06. Juni 2012, 22:47:48 »
"RV" ist die Bezeichnung für einen Varistor. Sieht tatsächlich ein bisschen aus wie ein Kondensator, ist aber ein spannungsabhängiger Widerstand.

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #4 am: 06. Juni 2012, 22:47:48 »

Offline Xaar

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Re: Netzteile für MVME-Systeme?
« Antwort #5 am: 07. Juni 2012, 07:19:40 »
Hallo!

Ich hatte schon gerätselt, wofür RV als Symbol stehen soll :D Varistoren sind mir bekannt. Die sind doch meines Wissens nach als eine Art Überspannungsableiter verwendet, also "nur" zu Schutzzwecken. Ergo sollte doch deren Abstinenz bei einem intakten Netzteil ohne externe Überspannung doch keine weiteren Probleme bereiten, oder?
Ich hatte das Netzteil nach dem Knaller (mit abgeknipsten Varistor) nochmal mit Spannung versorgt - und es tat sich nix mehr. Eine Sicherung ist augenscheinlich nicht defekt, ebenso seh ich keine anderen beschädigten Bauelemente. Nur ein paar MKP-Kondensatoren sehen etwas seltsam aus, aber dass die äußere Plastehülle mit der Zeit feine Haarrisse bekommt, hab ich schon bei anderen MKP-Kondensatoren gesehen.

Grüße, Xaar.